SOMMERZEIT–RIESLINGZEIT, FRISCH UND KNACKIG

Juni/Juli ist Sommerzeit, Juni/Juli ist Aprikosenzeit. Jetzt erreicht unsere schönste und aromatischste Frucht ihren Gipfel. In der Küche lässt sich die Aprikose, auch jenseits von Aprikosentarte und Marillenmarmelade,  wunderbar kombinieren. Und sie hat als Eskorte einen fast natürlichen kongenialen Partner: den Riesling. Der nimmt die Aprikosendüfte auf und sorgt in behaglich sommerlicher Wärme für den erfrischenden Kick.
Die Enoteca hat ein breites Angebot von einigen der interessantesten Riesling-Erzeugern in ihren Regalen stehen. Wie gemacht für die Aprikosenzeit. Wir haben für Sie dreimal zwei Flaschen der deutschen Paradesorte in unserem Juli- Sommerpaket zusammengestellt: Riesling pur aus drei verschiedenen Herkünften zum reduzierten Preis:

2 Fl Riesling Forst 2018 Bassermann-Jordan, Deidesheim, Pfalz
2 Fl. Riesling Kastanienbusch 2018 Wolf, Birkweiler, Pfalz
2 Fl Riesling Spätlese Reiler Mullay-Hofberg 2018, Treis, Mosel

Im 6er Paket zusammen für 80,00 € (statt 96,00 €)  inklusive Versand und Verpackung 

Dazu gibt es von uns eines der schönsten Aprikosenrezepte, das wir kennen und das perfekt zu unseren Rieslingen passt. 100-mal probiert, 100-mal ist es passiert, dass die Gäste hinterher nach dem Rezept fragten. Es ist die leicht abgewandelte Rezeptur eines englisch-israelischen Kochs.

Brathühnchen mit Fenchel und Aprikosen
Für vier Personen:


Ein Bio-Brathühnchen,
2 Fenchelknollen
1/2 Orange, 1/2 Zitrone
5  Aprikosen
1 doppelten Ouzo (Arak, Pernod, Kräuterschnaps, Cognac)
1 Esslöffel körnigen Senf
1 Teelöffel Thymian
3 Teelöffel geschroteten Fenchelsamen
Olivenöl, Salz, Pfeffer, Zucker, Paprikapulver edelsüß

Hühnchen zerteilen in acht Stücke: zwei Schenkel, zwei Brüstchen, zwei Flügel, zwei Rückenstücke. Pürzel, Flügelspitzen, Gurgel und Magen mit etwas Suppengrün und Zwiebel ansetzen und zu einer feinen Brühe auskochen, die anderweitig Verwendung findet.

Jetzt die Marinade ansetzen. Vier Esslöffel Olivenöl, den Ouzo, den Saft einer halben Zitrone und einer halben Orange vermischen. Senf dazu, eineinhalb gehäufte Teelöffel Salz, Pfeffer, einen Teelöffel Paprikapulver und den Thymian, eine Prise Zucker. Alles gut vermischen. Etwas Zitronenabrieb und Orangenabrieb dazu raspeln. In einer großen Schüssel die Marinade über die Hühnchenteile geben und zwei Stunden ziehen lassen.

Die beiden Fenchelknollen putzen und halbieren. Die Hälften wieder halbieren und die Viertel nochmal halbieren. Die so erhaltenen Achtel in kochendem Salzwasser zwei Minuten blanchieren, abtropfen lassen und ebenfalls in die große Schüssel mit der Marinade geben. Backofen anheizen auf 190 Grad. 

Eine sehr große Reine/Auflaufform oder einfach das Backblech mit wenig Olivenöl auspinseln und die Hühnerteile – aber nicht die Brüste! – darauf verteilen, Fenchelstücke in die Zwischenräume setzen und dann die zehn halbierten Aprikosenstücke in weitere Zwischenräume platzieren. Die Marinade drüber schütten. Zum Schluss den gemörserten Fenchel lässig drüberstreuen mit Priorität für die Hühnerteile. Ab in den Backofen für 30 Minuten. Dann erst die Hühnerbrüstchen dazugeben. Jetzt nochmal 20 bis 25 Minuten (je nach Größe des Huhns) zurück in den Ofen.

Nach 50 bis 55 Minuten Backzeit kommt das Hähnchen weitere 5 Minuten unter den Backofengrill (Salamander). Dabei wird die Haut schön knusprig und es riecht sagenhaft. Wer keinen Grill hat, muss ab der 40. Bratminute mit Oberhitze angreifen und immer wieder nachschauen, dass nichts verbrennt. Wenn die Teile nicht gleichmäßig knusprig werden, muss der Koch die ersten voll gebräunten Fleischstücke mit der Zange vorsichtig rausnehmen, ohne sich zu verbrennen. Die noch bleicheren Teile bleiben etwas länger unterm Grill.

Dazu passen Reis, Salat, Baguette – und natürlich ein saftiger aprikosenduftiger Riesling, der mit diesem Gericht zu großer Form aufläuft. Ausprobieren!

Juni 2020

Dies ist die Geschichte von einem Irrtum, der sich als Volltreffer erwies. Eigentlich wollten wir bei Château Guery im südfranzösischen Minervois den Wein Les Eolides bestellen. Diese Cuvée aus überwiegend Syrah mit Mourvèdre verbindet auf harmonische Weise Sanftheit und Kraft. Sie ist benannt nach einem Werk des Komponisten César Franck, der in dieser Gegend gern den Sommer verbrachte und sich vom hier immer wehenden, kühlenden Wind (Äolos, der Gott des Windes) inspirieren ließ.

Statt Eolides wurde es dann L’Esprit de Loi (der eigentlich gemeinte ‚Les Eolides‘ kam dann aber auch noch), ein Wein, der nach dem Erstgeborenen (Loi) des Winzers benannt wurde und zugleich eine Hommage an Montesquieus Schlüsselwerk der Aufklärung Vom Geist der Gesetze darstellt. Es handelt sich hierbei um einen reinsortigen Petit Verdot. Die Trauben dieser Rebsorte sind fast schwarz, klein, dickschalig und reifen sehr spät.

Der kleine Grünling – so lautet die Übersetzung – ist sehr tanninreich, nicht gerade säurearm, dunkelfarbig und besitzt viel Frucht und Würze. Die Traube braucht viel Wärme um richtig auszureifen. In kalten Jahrgängen ist der Wein einfach nur adstringierend, hart und bitter. Dies dürfte auch der Grund sein, weshalb etwa Château Margaux und Château Latour ihren Cuvées nicht mehr als 5 Prozent Petit Verdot zumuten möchten.

Der L’Esprit de Loi hingegen ist eine echte Überraschung. Er stammt aus dem heißen Jahrgang 2017 und wurde 12 Monate in Barriques aus Erst-, Zweit- und Drittbelegung ausgebaut. Mit seiner enorm klaren, dunklen Frucht und seinem wunderbaren Trinkfluss nimmt er sofort für sich ein.

Bleibt noch als Dritter im Bunde von Château Guery der Gres 2018. Hier gibt der Name keine Rätsel auf, denn Gres bedeutet schlicht Sandstein. Dieser Wein besteht gut zur Hälfte aus Grenache, hinzu kommen Syrah und Mourvèdre. Nur der Syrahanteil reifte in kleinen Holzfässern, die übrige Assemblage wurde in Stahl- und Betontanks ausgebaut.

Aus eins macht drei – drei Volltreffer aus dem Minervois. Die drei freuen sich auf Ihren Lammbraten und das erste Grillfest.

Solidarität in Flaschen

 

Liebe Kunden,

zunächst möchten wir mit diesem Rundbrief ein großes Dankeschön loswerden. Wir sagen herzlichen Dank all denen, die uns in dieser Krisenzeit unterstützt haben und weiter unterstützen. Mit dem Umsatz in den Restaurants ist uns zwar ein wichtiges Standbein komplett weggebrochen. Die Treue unserer Kunden hat aber zumindest einen Teil des Minus wettmachen können. Darüber hinaus zeigt es auch eine Verbundenheit, die über das rein Finanzielle und die gemeinsame Begeisterung für den Wein hinausgeht. Das hat uns sehr gefreut!

 Aber jetzt: kein Wort mehr über Corona in diesem Rundschreiben, versprochen! Dafür Solidarität in Flaschen. Wir haben für Euch zwei Frühlingspakete zum Vorzugspreis – jeweils minus zehn Prozent – geschnürt, die bestens in die Zeit passen. Tatsächlich wird gegenwärtig, wenn auch gezwungener Maßen, zuhause wieder mehr gekocht. Die neue Küchenoffensive macht noch mehr Spaß, wenn das Essen von einem anständigen Tropfen begleitet wird.

Zunächst unser Paket SECHS FÜR FÜNFZIG mit sechs preiswerten Weinen für alle Tage – darunter auch einige anschmiegsame Spargelbegleiter. In diesem Paket, das versandkostenfrei 50,00 Euro kostet, finden Sie:

  • 2018 Weißburgunder (1 Liter) vom Pfälzer Weingut Wolf, leicht, süffig, unkompliziert
  • 2019 Horizon Rosé, ein Frühlingsbote aus der Provence, trocken, spritzig, auch für die Terrasse
  • 2019 Silvaner alte Reben, Weingut Rinck, Pfalz, tolle Spargeleskorte, ambitioniert gemachter Silvaner mit richtig Wums
  • 2019 Freistil vom Weingut Philipp Kuhn, die trocken-filigrane Muskateller-Cuvée mit nur 10,5 Volt vom Top-Weingut
  • 2019 Riesling Kabinett (1 Liter)von Bassermann-Jordan, ein leichter, typisch saftiger Pfälzer Riesling, der Spaß macht
  • 2018 Primitivo Salento, von Castello Monaci, ein kräftiger farbtiefer Apulier, vom Eichenfass geküsst.

 

Und hier das zweite Paket: SECHS FÜR FÜNFUNDSIEBZIG, sechs richtig spannende Weine aus unserem Angebot zum wiederum um 10 Prozent reduzierten Preis und versandkostenfrei:

  • 2018 Grauer Burgunder vom Löss von Philipp Kuhn, opulenter, teilweise im Holz ausgebauter Top-Burgunder
  • 2019 Rosé Mas de Cadenet, Famille Negrel, provencalischer Spitzenrosé, enorm duftig, fein und frisch, bester Jahrgang
  • 2018 Forster Spitzenriesling von Bassermann-Jordan, aus einer der bekanntesten und exklusivsten Weinberglagen der Pfalz, mit mineralischem Biss.
  • 2019 Sancerre, Domaine Serge Laporte, schöner Sauvignon blanc von der Loire, viel feine Frucht, elegant und mit großer Frische
  • 2018 Côtes du Rhône, Cairanne , Vieilles Vignes, Klassewein des Weinguts Berthet Rayne aus typischem Rebsortenmix der südlichen Rhône. Tiefe Frucht, Substanz, Nachhaltigkeit.
  • 2016 Rioja Crianza Tio Martin, Bodegas D. Mateos, aus altem Traditionshaus mit moderner Prägung kommt ein eleganter Rioja mit gekonntem Barriqueausbau.

 

Zum Schluss wollen wir es nicht versäumen, unserem Pfälzer Weingut Philipp Kuhn zum 1. Platz beim Lagen-Cup Rot der besten deutschen Rotweine zu gratulieren. Kuhn war schon in den vergangenen Jahren Dauersieger beim Deutschen Rotweinpreis und beim Riesling-Championat. Auch wenn wir auf solche Wettbewerbe nicht zu viel geben, sind wir doch ungemein stolz, das Weingut Kuhn mit aktuell 27.  Weinen in Berlin zu vertreten. Philipps großartiger Siegerwein, der Pinot Noir 2015 aus der Spitzenlage Steinbuckel gehört ganz sicher zu den besten Spätburgundern Deutschlands. Er liegt hier bei uns ausgeruht und trinkreif im Regal – wir haben uns eine weitere Zuteilung sichern können. Der deutsche Rotweinsieger kostet 39,00 Euro

April 2020

Im Jahr 2019 wurde die Cantina Valpolicella di Negrar zum dritten Mal als beste Genossenschaftskellerei Italiens ausgezeichnet. Eine Spezialität der Winzer aus der Valpolicellaregion und auch dieser Kellerei sind Weine, die aus getrockneten Trauben gekeltert werden und als Amarone bekannt sind. Diese Weine können Alkoholgehalte von 16% und mehr aufweisen.
Eine Möglichkeit, diesen hohen Alkoholgehalt zu vermeiden und einem Valpolicella dennoch etwas von der Komplexität, Kraft und Aromatik des Amarone mitzugeben, ist das Ripassoverfahren. Hierbei durchläuft der Wein eine zweite Gärung auf den Trestern des Amarone. Ein exemplarischer Vertreter dieser Weinzubereitung ist derValpolicella Ripasso La Casetta 2016 mit seinen ausgeprägten Aromen von Trockenfrüchten. Der Verjago 2016 hingegen wird wie ein Amarone aus getrockneten Trauben vinifiziert. In diesem ist der Prozeß der Traubentrocknung mit 40 Tagen gegenüber einem Amarone um mehr als die Hälfte verkürzt. Das Ergebnis ist ein tiefgründiger, körperreicher Wein, der im Vergleich zum Ripasso mehr Frische besitzt.
Stefano Cesari vom Weingut Brigaldara ist ein weiterer renommierter Produzent in dieser Region. Von den zahlreichen Auszeichnungen, die seine Weine regelmäßig erhalten, möchten wir aktuellerweise nur auf die drei Gläser des Gambero Rosso für den Amarone Case Vecie 2013 und die zwei Gläser für den Valpolicella Case Vecie 2016 hinweisen.

Cantina Valpolicella di Negrar
Valpolicella Ripasso Classico Superiore La Casetta 2017, 
19,00 €
Valpolicella Classico Superiore Verjago 2016, 24,00 €
 
Az. Agr. Brigaldara 
Valpolicella Superiore Case Vecie 2016, 
14,00 €
Amarone Classico della Valpolicella 2015, 34,00 €
Amarone Classico della Valpolicella Case Vecie 2013, 44,00 €

Wir weisen gern auf die Möglichkeit hin, in unserem virtuellen Shop www.enoteca-blanck.de per Mausklick zu bestellen. Für Bestellungen im Wert von mindestens 120,00 € fallen keine Versandgebühren an. Sie können auch telefonisch ordern und sich beraten lassen: 
030 886 79 960.

Bitte beachten Sie auch unsere geänderten Öffnungszeiten:
Montag – Freitag:  13h bis 18h
Samstag: 10h bis 16h

März 2020

Liebe Kunden und Kundinnen unserer Enoteca,
 
in der gegenwärtigen Situation gilt es unnötige Kontakte zu vermeiden. Viele von Ihnen wollen oder können uns auch nicht mehr persönlich im Laden besuchen.
Trotzdem wird mehr denn je zuhause gekocht,  gegessen und getrunken – selbstverständlich auch Wein.

Daher weisen wir gern auf die Möglichkeit hin, in unserem virtuellen Shop www.enoteca-blanck.de per Mausklick zu bestellen. Für Bestellungen im Wert von mindestens 120,00 € fallen keine Versandgebühren an. Sie können auch telefonisch ordern und sich beraten lassen: 030 886 79 960.

In die nähere Umgebung (grob gefasst die westliche Berliner Innenstadt) liefern wir wie bisher auch selber aus. In diesem Fall behandeln wir die kostenfreie Mindestbestellmenge nach Absprache mit Ihnen flexibel.

Vor allem: Bleiben Sie gesund.
 
Mit freundlichen Grüßen,
Ihr Enoteca-Team!


Bitte beachten Sie auch unsere geänderten Öffnungszeiten:
Montag – Freitag:  13h bis 18h
Samstag: 10h bis 16h 

August 2019

Als die besten Roséweine Frankreichs gelten allgemein die aus Bandol. Sie zeichnen sich durch ihren Schmelz, Würze und Länge aus. Folgerichtig ist Rosé in dieser Anbauzone an der Küste des Mittelmeeres die vorherrschende Farbe. Ebenso hoch einzustufen sind jedoch die  Rotweine der Region, die mindestens 50% Mourvèdre enthalten müssen. Diese wärmeliebende Rebsorte aus dem Süden Spaniens, dort Monastrell genannt, verleiht den Weinen viel Struktur, Würze und Langlebigkeit. Zu den führenden Häusern der Region gehört  Chateau Salettes, das auch noch einen komplexen, kräuterduftigen Weißwein (90% Clairette und Rolle) im Programm hat. Der Rote besteht zu 85% aus Mourvèdre, der Rosé zu 40%. Der Rest der Cuvée verteilt sich auf Grenache und Cinsault.
Aus flacheren und weniger steinigen Lagen erzeugt Chateau Salettes einen betont trockenen Wein, der nicht die Ursprungsbezeichnung  Bandol trägt. Hier liegen die Hektarerträge höher und der Preis ist geringer. Aber immerhin enthält auch er noch 20% Mourvèdre

Chateau Salettes Bandol Blanc 2018, 22,00 €
Chateau Salettes Bandol Rosé 2018, 19,00 €
Chateau Salettes Bandol Rouge 2016, 24,00 €                        
Verdarail Rosé 2018, 11,00 €


TOMATEN, die nach Tomate und nicht nach Wasser schmecken, sind der Traum jeden Feinschmeckers. Solche Wunderexemplare gibt es tatsächlich. In den Bergen Nordsiziliens, der Madonie, wird die Pomodoro Siccagno angebaut, deren Sträucher auch in den heißen Sommermonaten nicht gewässert werden müssen. Das liegt einerseits an der dort vorhandenen Bodenbeschaffenheit, die die Feuchtigkeit des Winters gut speichert, andererseits an den speziellen Eigenheiten dieser dickschaligen Sorte. Die Azienda Agricola Tùdia stellt aus diesen Tomaten eine große Palette von Sughi her, die so aromatisch sind, daß sie nicht gesalzen werden müssen. Einige davon haben wir für Sie ausgewählt. Eine sizilianische Spezialität ist der Estratto, eine Paste, die aus geschälten, sonnengetrockneten Tomaten hergestellt wird. Man kann den Estratto als Geschmacksverstärker für diverse Speisen und Saucen benutzen oder einfach auf in Olivenöl geröstetes Weißbrot streichen. Und dann gibt es da noch eine wunderbare Peperonata……

Nähere Informationen und Preise erfahren Sie in der ENOTECA

Juni 2019

Die Weißweine des Jahrgangs 2018 sind inzwischen großenteils abgefüllt und auf dem Markt. Die Befürchtung, daß der Supersommer in Deutschland alkoholreiche und plumpe Weine hervorbringen würde, wie vielfach im Jahr 2003, hat sich glücklicherweise nicht bewahrheitet. Der Alkoholgehalt liegt sogar häufig unter dem der Vorjahre – der Säuregehalt übrigens auch. Wegen des warmen und trockenen Wetters gab es so gut wie keine Probleme mit Pilzbefall und Fäulnis. Das fast perfekte Lesegut ermöglichte Weine von großer Harmonie und Klarheit, die große Trinkfreude bereiten. 
Eine Tendenz, die sich für uns in diesem Jahr deutlich abzeichnet, ist das Bestreben vieler Winzer, ihre Weine mit weniger Primärfrucht auszustatten. Dafür setzen sie auf Ausbau in Holzfässern, spätere Abfüllung und einen Gärprozeß, der den Restzuckergehalt bis unter 1Gramm pro Liter reduziert. Dabei gelten Weine mit einem Zuckergehalt bis 9 Gramm in Deutschland als trocken. 
Der Sauvignon Blanc Fumé 2017 von Sven Ellwanger aus dem württembergischen Remstal war für uns so etwas wie die Entdeckung des Jahres unter den deutschen Weißweinen. Wie schon der Name verrät, orientiert sich der Winzer an der burgundischen Stilistik. Ellwanger hat den Wein 12 Monate spontan in 300 und 500 Liter Eichenfässern vergären lassen und ihn danach 4 Monate auf der Feinhefe im Stahltank ausgebaut. Der Wein präsentiert sich mit feiner Holznote, komplexer Aromatik von gelben und exotischen Früchten und mineralischen Anklängen, kraftvoll und lang, aber nicht zu mächtig.
Ellwanger Sauvignon Blanc Fumé 2017    31,00 €

Claus und sein Sohn Johannes Schneider aus dem badischen Weil am Rhein beschreiten mit ihren konsequent durchgegorenen Weinen einen Weg, der zur Zeit noch der einer kleinen Minderheit ist. Aber es spricht manches dafür, daß daraus ein größerer Trend werden könnte. Der Chardonnay 2018 von Philipp Kuhn ist ein Beispiel dafür. Die Schneiders lassen ihre Weine darüber hinaus lange im Faß auf der Feinhefe liegen. Ihre 2018er Weißweine werden nicht vor dem Spätsommer abgefüllt werden. Auch hier läßt das Vorbild Burgund grüßen. Das erscheint durchaus naheliegend, zeigt doch ein Blick auf die Landkarte, daß ihr Heimatort im Dreiländereck Deutschland, Schweiz und Frankreich wenig mehr als einen Steinwurf von der legendären französischen Weinregion entfernt ist.
Schneider Weiler Weisser Burgunder 2017    13,00 €
Schneider Weiler Grauer Burgunder 2017    13,00 €
Kuhn Chardonnay vom Kalkmergel 2018    14,50 €

Herbst 2018

BODEGAS ARZUAGA NAVARRO – Ribera del Duero
Nicht zufällig steht die Crianza 2015 diese Weingutes an erster Stelle unseres Newsletters. Schon die vorangegangenen Jahrgänge sicherten diesem Wein (95% Tempranillo, 5% Cabernet Sauvignon) durch ihre Sortentypizität und Finesse immer einen Platz in der Gebietsspitze. Der aktuelle Jahrgang jedoch fällt deutlich wuchtiger aus. Dicht, intensiv würzig, mit konzentrierter Frucht und weichem Tannin, 16 Monate in amerikanischer und französischer Eiche ausgebaut, entspricht er unserem Idealtyp eines Ribera. Dies gilt in gesteigertem Maße für die Reserva 2012 (94% Tempranillo, 3% Merlot, 3% Albillo), die 30 Monate in neuen französischen Barriques ausgebaut wurde.
Als Wein für den Alltag bietet sich der La Planta 2017 (100% Tempranillo, 6 Monate in französischer und amerikanischer Eiche) an, der auch schon die typischen Ribera-Eigenschaften aufweist.
La Planta 2017    11,50 €
Arzuaga Crianza 2015    23,00 €
Arzuaga Reserva 2012    38,00 €                                                                                                                            

CASCINA CHICCO – Piemont
Eine erfreuliche Neuentdeckung ist diese Kellerei aus dem Gebiet Roero. Der Barbera Granera Alta 2016 präsentiert sich mit reifer Kirschfrucht, gutem Volumen und weichem Körper. Vielschichtiger, sehr elegant und mit feiner Mineralität ausgestattet, überzeugt der Langhe Nebbiolo als beispielhafter Vertreter dieser edlen Rebsorte.
Barbera d’Alba DOC Granera Alta 2016    13,00 €
Langhe Nebbiolo DOC 2016    15,00 €                                                                                                                

 
AZIENDA AGRICOLA PECCHENINO – Piemont
Ein neues Produkt von Orlando und Attilio Pecchenino ist der Langhe Nebbiolo Bricco Ravera 2015. Körperreich und dicht, recht saftig und mit langem Nachhall gleicht er einem kleinen Barolo. Der Barolo San Giuseppe 2014, der 24 Monate in großen Holzfässern lagerte und der danach nochmals 6 Monate auf der Flasche reifte, weist die typischen Baroloeigenschaften auf: Volumen, Vielschichtigkeit und Länge.
Langhe Nebbiolo Bricco Ravera DOC 2015    23,00 €
Barolo San Guiseppe DOCG 2014    35,00 €                                                                                                   

WEINGUT LARCHERHOF – Südtirol
Vor zehn Jahren entschloß sich die Bozener Familie Spögler, ihre Trauben nicht mehr an andere Abfüller zu verkaufen, sondern sie selber zu vinifizieren. Inzwischen, so erklärte uns der junge Hans-Jochen Spögler, sei man ungefähr auf dem angestrebten Qualitätsniveau angekommen. Uns jedenfalls überzeugt der Rivelaun Lagrein Riserva 2015 vollkommen. Konzentriert, weich und mit einem Touch von Schokolade, der auf den Ausbau des Weines in Tonneaux zurückzuführen ist, setzt er neue Maßstäbe für diese Weinsorte.
Rivelaun Lagrein Riserva 2015    23,00 €

Sommer 2018

In seiner Augustausgabe bewertet die amerikanische Zeitschrift Wine Spectator in der Sonderkategorie Hot Wines (the most exciting discoveries…) den Chianti Classico Riserva 2015 vom Castello di Volpaia mit 96 Punkten. Neben der hervorragenden Arbeit, die auf dem Weingut geleistet wird, hat natürlich der Jahrgang 2015 einen erheblichen Anteil an diesem großartigen Resultat. Befragt nach der Qualität dieses Jahrgangs, reagierten die Winzer – egal ob in Deutschland, Österreich, Frankreich, Spanien oder Italien – durchweg mit einem zufriedenen Grinsen. Deshalb möchten wir auf einige  2015er Weine hinweisen, die wir in unseren NEWSLETTERN (siehe November 2017) bislang nicht erwähnt haben.
Vom toskanischen Weingut Querciabella kommen der körperreiche Chianti Classico 2015 und der etwas schlankere und frischere Mongrana 2015 aus der Maremma.
Ebenfalls aus der Toskana kommen der Rosso di Montepulciano 2015 sowie der elegante Vino Nobile di Montepulciano  2015 von Poliziano, einem Betrieb, der von sämtlichen Weinführern seit Jahrzehnten als einer der führenden der Region genannt wird.

CASTELLO DI VOLPAIA
Chianti Classico DOCG 2015    17,00 €
Chianti Classico Riserva DOCG 2015     25,00 €

AGRICOLA QUERCIABELLA
Mongrana IGT 2015    16,00 €
Chianti Classico DOCG 2015    23,00 €

AZ. AGR. POLIZIANO
Rosso di Montepulciano DOC 2015     13,00 €
Vino Nobile di Montepulciano DOCG 2015     24,00 €

Eine wirkliche Neuheit in der ENOTECA sind die Weine von der Bodega La Mateoaus der spanischen Region Rioja. Ihr Basis Rioja Crianza Letargo besteht aus 85% Tempranillo, 10% Garnacha und 5% Graciano. Er wurde 12 Monate in teils neuen, teils gebrauchten Barriques ausgebaut und präsentiert sich mit  Aromen von getrockneten Früchten, Lakritze und leichte Vanillenoten.  
Ihre besten Weine tragen die Bezeichnung Coleccion de Familia und vereinigen in sich Substanz, Finesse, Reintönigkeit, Länge und Eleganz in Höchstform.  Die Crianza, hier schlicht als Vendimia 2015 bezeichnet, besteht zu 70% aus Tempranillo, 25 % Garnacha und 5% Graciano, stammt von 50 Jahre alten Rebstöcken und wurde 14 Monate in Barriques aus vorwiegend französischer Eiche ausgebaut. Die Reben für den Parcelas Singulares Ausbau sind noch ein paar Jahre älter, an die Stelle von Graciano tritt Mazuelo und der Ausbau erfolgte 18 Monate ausschließlich in französischer Eiche.

Rioja Letargo Crianza 2015   9,80 €
La Mateo Colección de Familia 2015    22,00 €
La Mateo Colección de Familia Parcelas Singulares    34,00 €

Februar 2018

Eine Frage, die fast alle Weinfreunde umtreibt, lautet: Was trinken eigentlich diejenigen, die so gut wie alles kennen, also Weinkritiker oder –händler am liebsten? Ein Hinweis findet sich  in Robert Parkers nahezu enzyklopädischem Buch „Parker Rhône“ im Kapitel über Châteauneuf-du-Pape. Der auch als Weinpapst betitelte Ehrenbürger dieses kleinen Städtchens, das im 14. Jahrhundert die päpstliche Sommerresidenz beherbergte, bekennt, die Weine, die er am häufigsten tränke, seien die Roten dieser Apellation mit ihrem herrlichen Duft, ihrem üppigen Geschmack, ihrer opulenten Struktur und ihrem berauschenden Alkoholgehalt.  Der sehr hoch eingeschätzte Jahrgang 2015 ist ein guter Anlaß zu einigen Empfehlungen.
Natürlich besitzt der Châteauneuf-du-Pape 2015 vom Weingut Pierre Ussegliodie oben beschriebenen positiven Eigenschaften der Weine dieser Region. Was aber noch mehr beeindruckt, ist die dazu scheinbar im Widerspruch stehende Eleganz und Subtilität, die die heutigen Besitzer Jean-Pierre und Thierry Usseglio ihrem Wein mitgegeben haben. Die beiden arbeiten auf traditionelle Weise. Die Trauben werden nicht entrappt; nach der Gärung in Zementtanks wird der Wein bis zu 18 Monate in vorwiegend gebrauchten kleinen Eichenfässern ausgebaut und vor der Abfüllung filtriert. Die Cuvée setzt sich aus 80% Grenache, 10% Syrah sowie kleinen Anteilen Cinsault und Mourvèdre zusammen. Als preiswerte Alternative gibt es einen Côtes du Rhône, der sich weit über den sonst üblichen Weinen dieser Region  erhebt sowie den durch einen 30 prozentigen Merlotanteil sehr charmant wirkenden Panorama.

Weniger bekannt als Châteauneuf-du-Pape sind die nordöstlich gelegenen Gemeinden Gigondas und Vacqueyras mit ihren gleichnamigen Apellationen. Für Kenner stellen ihre ähnlich strukturierten Weine allerdings eine preisliche Alternative dar. Die Domaine La Bouissiere hat sich in den letzten Jahren in die absolute Spitzengruppe der dortigen Weingüter vorgearbeitet. Nicht zuletzt verdanken Gilles und Thierry Faravel dies ihren hervorragenden Lagen, die in Gigondas (70% Grenache, 30% Syrah)  eine Höhe von 300 -500 Metern erreichen und zudem ähnlich steinig sind wie in Châteauneuf-du-Pape. Ihre Weine besitzen fleischige Fülle und mineralische Frische mit kräutrigen Noten. Der Vacqueyras (50%Grenache, 42% Syrah, 8% Mourvèdre) fällt etwas rustikaler aus als der glattere Gigondas. Die Weine werden in gebrauchten Barriques ausgebaut. Ein kleiner Anteil neuer Fässer kommt beim Gigondas Le Font de Tonin (83% Grenache, 17% Mourvèdre) zum Einsatz. Dieser Wein  zeichnet sich durch seine ungeheure Intensität und Reintönigkeit aus.

Châteauneuf du Pape Rouge 2015     33,00 €
Côtes du Rhône Rouge 2015     15,00 €
Vin de France’Panorama‘ 2016     11,50 €

Gigondas 2015     
23,00 €
Vacqueyras Rouge 2015     20,00 €
Gigondas Rouge La Font de Tonin 2015     37,00 €