Herbst 2012

Italien
punkt Fanti
punkt Poliziano
Frankreich
punkt Domaine Berthet-Rayne

Spanien
punkt Bodegas Arzuaga Navarro
punkt Bodega Viñedos Tinedo

Deutschland
punkt Bassermann Jordan
punkt Stepp & Gaul
punkt Kuhn
punkt Wachstetter
punkt Landerer
 

 

Italien
Filippo Fant
(Montalcino – Toskana)

Nach mehrjähriger Pause finden Sie wieder die Weine Filippo Fantis aus Montalcino in unserem Programm. Während der Vinitaly und einer Präsentation einer größeren Anzahl von Winzern aus Montalcino in Berlin hatten wir die Möglichkeit zu einem Vergleich der Produkte aus dieser Region, die neben der von Bolgheri in der Maremma die prestigereichste der Toskana ist. Fantis Brunello und sein Rosso di Montalcino lagen nach unserem Urteil dabei in der Spitzengruppe. Manch berühmter und von den Weinführern und Journalisten hoch bewertete Wein blieb in diesem Wettbewerb auf der Strecke. Dies und die vergleichsweise günstigen Preise machten uns die Entscheidung für unseren alten Bekannten leicht.
Filippo Fanti hat in den vergangenen Jahren beträchtliche Anstrengungen unternommen, die Qualität seiner Weine zu steigern. Unterstützt wird er dabei von seiner Tochter Elena. 2004 wurde mit dem Bau einer neuen Cantina begonnen, in welcher es möglich ist, den Wein ohne Pumpen nur mit Hilfe der Schwerkraft zu befördern. Die 50 Hektar Weinberge wurden sukzessive neu mit Rebstöcken bepflanzt, welche aus Klonen gezogen wurden, die sich besonders für das spezifische Mikroklima eigneten.
Erstes greifbares Resultat dieses Neustarts sind die 3 Gläser des Gambero Rosso für den Brunello 2007. Er besteht, wie es die Regel vorschreibt, zu 100% aus Sangiovese und wurde zuerst 12 Monate in Barriques aus französischer Eiche und weitere 12 Monate in großen Holzfässern ausgebaut. Ebenfalls ein reinsortiger Sangiovese ist der Rosso di Montalcino 2010, der teils in Barriques und teils in großen Holzfässern reifte.
Der Rosso Sant’Antimo Sassomagno 2010, der nicht dem strikten Reglement des Brunello unterworfen ist, enthält neben Sangiovese auch Cabernet Sauvignon, Merlot, Syrah und Alicante und wurde seinem Charakter als jung zu trinkender Wein entsprechend ausschließlich in großen Holzfässern gelagert.
Olivenbäume sind Fanti zufolge ein wesentlicher Bestandteil toskanischer Kultur und Landschaft.
Besonders am Herzen liegen ihm daher seine 8500 Bäume, von denen er ein fruchtig charaktervolles Olivenöl gewinnt.

ROSSO SANT’ANTIMO “SASSOMAGNO” 20108,50 €
ROSSO DI MONTALCINO 201013,00 €
BRUNELLO DI MONTALCINO 200734,00 €
OLIO EXTRA VERGINE DI OLIVA 1L17,80 €
OLIO EXTRA VERGINE DI OLIVA 0,5 L11,00 €

Poliziano
(Montepulciano-Toskana)

Montepulciano hatte es immer ein wenig schwer. Der Ruf seiner Weine erreichte nie den beinahe mythischen (und oftmals übertriebenen) Nimbus derer aus dem nicht weit entfernten Montalcino. Und dann gibt es noch eine Rebsorte namens Montepulciano, die in den Abruzzen kultiviert wird und für zusätzliche Irritationen sorgt. Sie hat aber nichts mit der Sangiovesetraube zu tun, die in Montepulciano die Hauptrolle spielt.
Der Vino Nobile 2009 von Polziano, der wie Fantis Brunello gerade von der Redaktion des Gambero Rosso mit 3 Gläsern ausgezeichnet wurde, könnte mit seiner intensiven Frucht, einer beeindruckenden Tiefe, Länge und perfekten Harmonie einen Beitrag dazu leisten, Montepulcianos Ruf als Herkunftsort eigenständiger und qualitativ hochstehender Weine bekannter zu machen, zumal es sich hier um den “einfachen” Vino Nobile handelt und nicht um die Riserva. Der Wein besteht zu 85% aus Sangiovese; der restliche Anteil setzt sich aus Canaiolo, Colorino und Merlot zusammen, Der Ausbau erfolgte zu je einem Drittel in Barriques, Tonneaux – das sind Fässer vom doppelten Fassungsvermögen der Barriques, also 450 Liter – und den klassischen großen Holzfässern.

CHIANTI COLLI SENESI 20108,20 €
ROSSO DI MONTEPULCIANO 201011,00 €
VINO NOBILE 200919,00 €
VIGNA ASINONE 200949,00 €

Frankreich
Domaine Berthet-Rayne
(Cairanne-Provence)

Ein Meer von Wein – das charakterisiert wohl am treffendsten die Situation der Côtes du Rhône. Mit Wein ist hier vor allem Rotwein gemeint. Weißweine spielen hier nur eine bescheidene Nebenrolle, wenngleich sie von Kennern wegen ihrer Eleganz und Ausgeglichenheit geschätzt werden. Wie bei den Roten handelt es sich bei den Weißen in der Regel um Cuvées aus autochthonen Rebsorten – in unserem Fall sind es 30% Clairette, 20% Marsanne, 20% Rousanne, 10% Grenache Blanc, 15% Viognier und 5% Bourboulenc. Der Castel Mireio Blanc 2011, den wir Ihnen erstmals anbieten, zeichnet sich neben den oben erwähnten Eigenschaften durch florale Aromen und soche von reifen weißen Früchten aus. Weil er 4 Monate im Barrique ausgebaut wurde, sind außerdem Anklänge an Vanille und hellen Tabak zu bemerken. Mit Beginn des Jahrgangs 2011 sind alle Weine der Domaine Berthet-Rayne als aus biologischem Anbau stammend zertifiziert. Das betrifft folglich auch den Côtes du Rhône 2011 und den Cairanne Vieilles Vignes 2011, während der Castel Mireio Rouge 2009 vorerst noch ohne dieses Prädikat auf dem Rückenetikett auskommen muß.

CÔTES DU RHONE 20118,00 €
CAIRANNE VIEILLES VIGNES ROUGE 201111,00 €
CAIRANNE CASTEL MIREIO ROUGE 200916,00 €
CAIRANNE CASTEL MIREIO BLANC 201116,00 €

Spanien
Bodegas Arzuaga Navarro
(Quintanillo de Onesimo-Ribera del Duero)

Das Eintreffen neuer Jahrgänge gibt Anlaß, einmal wieder auf die verschiedenen Weine eines der führenden Weingüter der Region hinzuweisen. Denn nichts bleibt wie es war und so sind auch hier leichte Veränderungen festzustellen.
Beim Basiswein La Planta 2011, entstammt einem außergewöhnlichen Jahrgang. Erschien er in früheren Jahren oft ein wenig holzlastig, so sehen wir jetzt eine bessere Harmonie von Frucht und Holz. Er besteht ausschließlich aus Tempranillo und wurde 6 Monate in Barriques aus amerikanischer und französischer Eiche ausgebaut.
Die Crianza 2009 (90% Tempranillo und 10% Cabernet Sauvignon und Merlot) reifte 16 Monate in Barriques und präsentiert sich bei aller Kraft doch erstaunlich weich.
Reserva 2008 (95% Tempranillo, 5% Merlot) und Reserva Especial 2008 (95% Tempranillo und 5% weiße Rebsorten) wurden 26 bzw. 24 Monate in Barriques aus französischer Eiche gelagert. Sie entstammen sehr alten Rebanlagen, die Rebstöcke der Reserva Especial sind zum Teil 100 Jahre alt , werden weder mit Herbiziden noch mit Fungiziden behandelt und erbringen extrem niedrige Erträge.Von diesem Wein werden nur etwas über 5000 Flaschen abgefüllt. Die Reserva bringt es auf 45.000 Flaschen, die Crianza und La Planta hingegen auf 450.000 bzw. 400.000.
Ein zweites Weingut der Familie Arzuaga befindet sich in der Mancha bei Ciudad Real. Auf der Finca La Solana wird neben dem Olivenöl – die Produktion von Olivenöl war das ursprüngliche Motiv für den Erwerb der Finca – ein reinsortiger Tempranillo vinifiziert, der Pago Florentino – ein ausgesprochen kräftiger Wein mit warmem Charakter. Der Ausbau erfolgt ausschließlich in neuen Barriques überwiegend französischer Herkunft, um, wie der Hersteller sagt, ihm in allen Jahren eine identische Note zu verleihen. Dennoch finden wir, daß er in diesem Jahr etwas mehr Frische und Eleganz besitzt als gewöhnlich. Diese Veränderung steht ihm gut, denn mangelnde Kaft und Reife waren wegen des Klimas im südlichen Zentralspanien nie sein Problem.

LA PLANTA 20119,80 €
ARZUAGA CRIANZA 200920,00 €
ARZUAGA RESERVA 200836,00 €
ARZUAGE RESERVA ESPECIAL 200460,00 €
PAGO FLORNTINO 200915,00 €

Bodega Viñedos Tinedo
(Socuéllamos-La Mancha)

La Mancha als flächenmäßig größte Weinbauregion Europas produziert vor allem Weine für die Supermärkte dieser Welt. Daß Massenproduktion nicht das letzte Wort sein muß, ist gelegentlich auch schon bewiesen worden. Die Weine der Familie Alvarez-Arenas von der Bodega Tinedo sind ein weiteres schönes Beispiel für das Potential der Mancha. Sie baut hier schon seit vielen Generationen Wein an. Im Jahr 2002 jedoch begannen die Geschwister Manuel, Esperanza und Amparo damit, den Betrieb völlig umzukrempeln. Beim Umbau der Weinberge und der Bodega standen die neuesten Erkenntnisse der Önologie Pate. Außerdem betonen die drei auf ihrer Homepage, ihre ökologische und soziale Verantwortung nicht aus den Augen verlieren zu wollen.
In erster Linie interessiert den Konsumenten jedoch das Ergebnis dieser Bemühungen, und das vermag nun wirklich zu begeistern. Schon der Cala N.1, eine Cuvée von Tempranillo, Syrah und Cabernet Sauvignon, die nur im Zementtank ausgebaut wurde, beeindruckt mit einer für diese Preisklasse außergewöhnlichen Intensität, Klarheit und Tiefe und darüber hinaus mit einer Frucht, die an Erdbeere und Weichselkirsche erinnert. Cala N.2 (92% Tempranillo und 8% Cabernet Sauvignon) wurde 18 Monate in gebrauchten Barriques gelagert, ist noch etwas konzentrierter und weist neben der Primärfrucht auch balsamische Noten sowie Aromen von Tabak, Zimt und Schokolade auf.

CALA N.1 20098,00 €
CALA N.2 200912,00 €

Deutschland
Deutsche Spätburgunder erfreuen sich zu Recht steigender Beliebtheit. Noch vor zwanzig Jahren hätten Spätburgunder in der Art wie sie heute verbreitet sind nach deutscher Weingesetzgebung als fehlerhaft gegolten. Ausgedehnte Maischestandzeiten und Barriqueausbau wie in Burgund verstießen damals gegen das Reglement. Zum Glück haben sich die ambitionierten Winzer, die sich am französischen Vorbild orientierten, durchgesetzt und die süßlichen, hellroten Spätburgunder der siebziger und achtziger Jahre gehören der Vergangenheit an. Daß damit aber kein neuer Einheitstyp geschaffen wurde, zeigen exemplarisch fünf Weingüter aus drei verschiedenen Regionen Deutschlands.
Den Anfang machen drei Pfälzer. Der Spätburgunder 2010 aus dem Hause Bassermann Jordan ist von schlanker Gestalt mit kühlem Charakter, der Pinot Noir 2010 von Stepp und Gaul mit seiner angenehmen Fruchtsüße ist der Charmeur und Philipp Kuhns Spätburgunder Tradition 2010 ist der tiefgründige, Seriöse.
Zu ihnen gesellt sich mit dem Spätburgunder Louis 2009 ein recht voluminöser Spätburgunder mit deutlichen Röstaromen, ein Württemberger aus dem Hause Wachtstetter sowie ein Badener aus der klassischen Spätburgunderregion Kaiserstuhl, nämlich der Spätburgunder Käsleberg 2009 vom Weingut Landerer, der betont weich und elegant ausfällt.

SPÄTBURGUNDER 2010 BASSERMANN-JORDAN12,00 €
PINOT NOIR 2010 STEPP & GAUL13,50 €
SPÄTBURGUNDER TRADITION 2010 KUHN14,50 €
SPÄTBURGUNDER LOUIS 2009 WACHTSTETTER12,50 €
SPÄTBURGUNDER 2009 LANDERER9,80 €

Passend zum Thema erreichte uns die Nachricht, dass Philipp Kuhn für seinenPinot noir Laumersheimer Kirschgarten 2009 GG den Deutschen Rotweinpreis 2012 der Zeitschrift Vinum erhalten hat. Einen zweiten Platz belegte er mit seinem Frühburgunder 2008. Diese beiden Weine finden Sie in der ENOTECAebenso wie andere große Gewächse von Philipp Kuhn, Dr. Loosen und Bassermann Jordan.
Die hier vorgestellten Weine können ab sofort in der ENOTECA verkostet werden.

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